Informationen zu Pneumonien durch ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) in Wuhan, China

Am 31.12.2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, einer Metropole mit 11 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, informiert. Die chinesischen Behörden haben am 7.1.2020 ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankung identifiziert. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren. Der WHO zufolge bestand basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, da sich eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht anders erklären ließen. Mehrere solcher Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden am 20.1.2020 von den chinesischen Behörden bestätigt, ebenso wie etwa ein Dutzend Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal. Weitere begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind zu erwarten. Außerhalb von China sind bisher einzelne Fälle aufgetreten, in Ländern mit hohem Reiseaufkommen von und nach China, die Betroffenen waren zuvor in Wuhan gewesen.

Aktuelle Situation
Fälle in China: mehr als 800, vorrangig in Wuhan (davon bisher über 20 Todesfälle, alle in der Provinz Hubei)
Fälle außerhalb Chinas: 10 (4 in Thailand, 1 in Japan, 1 in Südkorea, 1 in Singapur, 2 in Vietnam, 1 in USA)
Empfehlungen und Risikoeinschätzung

Die WHO hat Falldefinitionen, Hinweise zur Diagnostik, zur Infektionsprävention und zum klinischen Management veröffentlicht. Für Deutschland hat das Robert Koch-Institut zusammen mit externen Partnern entsprechende Informationen für die Fachöffentlichkeit erstellt und auf der Seite www.rki.de/ncov veröffentlicht.

Das Auswärtigen Amt hat am 23.1.2020 empfohlen, nicht notwendige Reisen nach Wuhan zu verschieben.

Das ECDC schätzte in seinem Risk Assessment vom 22. Januar 2020 die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für EU-Reisende in Wuhan als moderat ein. Bei Einhaltung geeigneter Verfahren zur Prävention und Bekämpfung von Infektionen, insbesondere im Gesundheitswesen, und unter der Annahme einer begrenzten Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch, schätzt das ECDC die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Sekundärfällen nach Import eines Falles in die EU als sehr gering ein. Mit einem Import einzelner Fälle nach Deutschland muss gerechnet werden. Das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland wird zurzeit als gering eingeschätzt. Diese Einschätzung kann sich aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern.

Meine Empfehlung ist es alle Reisen nach China zu verschieben und sich nicht der Gefahr auszusetzen, sich mit einem potentiell tödlichen Virus zu infizieren.

Sollten Sie grippale Symptome aufweisen und eine Reise nach China gemacht haben, bitte ich Sie erst bei uns anzurufen. Ich werde Sie über die Risiken aufklären und natürlich alles veranlassen, dass Sie optimal versorgt werden.

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